2 Jahre nach der Diagnose Zöliakie – ein Rückblick

glutenfrei Leben mit Zöliakie

Nun ist es mittlerweile schon gut zwei Jahre her, dass ich die Diagnose Zöliakie erhalten habe. Zeit einen Blick zurückzuwerfen und den Beginn meiner glutenfreien Zeit zu reflektieren: von der Diagnose über die ersten glutenfreien Lebensmittel und Backversuche sowie die erste glutenfreie Reise bis heute.

Die erste Reaktion auf die Diagnose Zöliakie

Die Diagnose Zöliakie kam ziemlich überraschend. Nachdem ich mich rund ein Jahr mit ständigen Magenschleimhautentzündungen rumgeschlagen hatte, habe ich mich im März 2014 endlich zu einer Magenspiegelung durchgerungen. Hätte ich mal eher auf den Ehemann (Arzt) gehört… Jedenfalls war meine Erwartung an die Spiegelung, dass es wieder nur eine Magenschleimheitentzündung ist. Von Zöliakie hatte ich vorher noch nie gehört. Somit war ich sehr überrascht über die Diagnose. Meine erste Reaktion war zunächst Erleichterung: Nun wusste ich endlich, was die Ursache der Magenprobleme war.

Die Recherche zu glutenfreier Ernährung beginnt

Meine Hausärztin hatte nach Bekanntgabe der Diagnose gesagt, dass ich mich nun glutenfrei ernähren müsse, dann würden die Probleme mit der Zeit verschwinden und auch die Darmzotten, die durch die glutenhaltige Ernährung geschädigt bzw. kaum mehr vorhanden waren, würden anfangen sich neu zu bilden. Klang soweit ganz einfach.
Ich begann im Internet nach Zöliakie und glutenfreier Ernährung zu recherchieren und hielt im Supermarkt Ausschau nach glutenfreien Lebensmitteln.

Kurze Zeit später folgte der erste Tiefschlag, die Erkenntnis: Nie wieder Pizza! Nie wieder leckeres, knuspriges Brot und Baguette! Und das von nun an mein ganzes restliches Leben!!!
Ich meldete mich zur Ernährungsberatung an. Dort hörte ich einiges über die Ernährungspyramide und lernte, in welchen Produkten sich Gluten verstecken kann, wo man es nie ahnen würde. Aber so wirklich weiter brachte es mich nicht, zumindest nicht in Hinblick darauf, wie ich damit umgehen sollte, plötzlich nicht mehr so einfach essen gehen zu können oder mal eben schnell eine Pizza in den Ofen schieben zu können. Viele glutenfreie Rezepte lernte ich dort leider auch nicht kennen. Im Prinzip sollte ich mich ausschließlich von Obst und Gemüse ernähren, wenn es nach der Beraterin ginge. Das hielt ich nicht für realistisch und machte mich selbst weiter auf die Suche nach leckeren glutenfreien Rezepten mit alternativen glutenfreien Getreidesorten.

erste Backversuche nach der Diagnose Zöliakie: glutenfreies Brot

Erster Test glutenfreier Lebensmittel und glutenfreie Backversuche

Ich erinnere mich noch genau an die ersten glutenfreien Nudeln, die ich gekocht habe. Es waren Maisnudeln. Die Farbe (orange) hatte mich schon skeptisch gemacht. Der Geschmack und die Konsistenz (hart und klebrig) überzeugte auch nicht wirklich.
Mit den ersten glutenfreien Backversuchen stand es auch nicht besser: Da ich immer schon gerne gebacken habe, dachte ich mir: „Kein Problem, dann kaufe ich glutenfreies Mehl und mache die Rezepte einfach damit.“ Den Fehler begehen wohl die meisten Zölis, die neu mit glutenfreier Ernährung starten. Schnell lernte ich, dass glutenfreier Teig eine Diva ist. Die ersten Brote waren bröselig oder gingen erst auf und fielen dann wieder in sich zusammen, weil der glutenfreie Teig nicht genug Standfestigkeit hat (er sollte daher nicht zu lang gehen).

Leben mit Zöliakie: ein Auf und Ab

Mit der Zeit habe ich glutenfreie Produkte gefunden, die mir schmecken und die teilweise auch mit glutenhaltigen Produkten zu vergleichen sind (Danke Barilla für die Entwicklung eurer glutenfreien Nudeln!). Und vor allem habe ich viele tolle Lebensmittel kennengelernt, die ich ohne Zöliakie vielleicht nie probiert hätte (Amaranth, Quinoa, Teff und Co.). Mittlerweile klappt auch das Brotbacken wie z.B. das glutenfreie Brot mit Quinoa-Sauerteig und für den ersten glutenfreie Pizzateig, der wirklich vergleichbar mit „echter“ Pizza war, wurde ich von meinem Mann gefeiert.
Aber einige glutenhaltige Produkte vermisse ich doch gelegentlich, wie ein kräftiges Roggenbrot oder ein knackiges Baguette. Da gibt es einfach keinen adäquaten Ersatz. Und natürlich gibt es einige Momente, in denen ich die Zöliakie verfluche: zum Beispiel beim Karneval in einer Kölner Kneipe, in der es nur Kölsch gibt, keinen Wein oder Sekt als Alternative (also Karneval mit Cola, wow…) oder wenn die Kollegen die freie Auswahl mittags beim Italiener haben und ich den Salat mit Essig und Öl und ohne Brot nehme.

Baguette, Käse und Bier in Frankreich - leider glutenhaltig

Reisen mit Zöliakie – glutenfrei unterwegs

In dem Jahr, als ich die Diagnose Zöliakie bekam, hatten wir bereits eine Fernreise gebucht. Es ging nach Costa Rica. Die anfänglichen Bedenken waren schnell dahin. Für den Einstieg ins glutenfreie Reisen hätten wir kein besseres Land aussuchen können: Da es in Costa Rica zum Frühstück Gallo Pinto (Reis mit schwarzen Bohnen) gibt, hauptsächlich mit Maismehl statt Weizen gearbeitet wird und frische Früchte ein Hauptbestandteil der Küche sind, war es gar nicht so schwer glutenfrei in Costa Rica unterwegs zu sein.
Generell scheint es mir manchmal, dass es in anderen Ländern außerhalb von Deutschland sowieso einfacher ist unterwegs glutenfrei zu essen, wie in Südafrika oder Italien.

Zwei Jahre danach: Mein Foodblog glutenfrei-frollein.de ist online

Die Zöliakie ist weiterhin oft eine Herausforderung, besonders unterwegs, aber ich versuche sie bestmöglich zu meistern und habe schon viele leckere neue Gerichte und Produkte kennengelernt. Meine Erfahrungen, Tipps und glutenfreie Rezepte möchte ich mit euch teilen. Daher habe ich Anfang des Jahres meinen Blog glutenfrei-frollein.de gestartet.

Also: Nach vorne schauen – am besten mit einem glutenfreien Bier in der Hand! 😉

Euer glutenfrei frollein

PS: Wie sind eure Erfahrungen zum Leben mit Zöliakie? Schreibt gerne einen Kommentar dazu oder schickt mir eine Mail.

glutenfreies Bier bei Zöliakie

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